Kasan, Hauptstadt von Tatarstan

Tag Elf: Ein Vormittag in Kasan (Kazan)

Unser Spruch des Tages:
Ein guter Tatare traut nur sich selbst.

Heute besuchen wir Kasan, die Hauptstadt Tatarstans. Da der Beginn des Ausflugs um acht Uhr beginnen sollte, gab es bereits ab 06:30 Uhr Frühstück – eine gute Zeit für einen Frühaufsteher wie mich. Fotos von unsere Ankunft in Kasan gibt es nun allerdings nicht in der Fotogalerie am Endes dieses Beitrages, dafür aber welche von unserer Abfahrt. Punkt acht Uhr ging es tatsächlich bereits in die Busse und los zum Kreml von Kasan, der ziemlich weit entfernt vom Flusshafen liegt. Die Busse hielten am „Platz des Ersten Mai“, zu Zeiten des Kasaner Khanats hatte sich hier ein Marktplatz befunden, an dem die wichtigsten Straßen der Stadt ihren Anfang nahmen. Heute ist er ein Ort des Gedenkens: an die während des Bürgerkrieges gefallenen Revolutionäre und an Musa Džalil‚, einen der beliebtesten tatarischen Dichter, der 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde. Džalil‘ war in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten, hatte sich als Freiwilliger für eine von den Faschisten aufgestellte Division gemeldet und dort Propaganda für ein schnellstmögliches Überlaufen zu den sowjetischen Truppen betrieben. Die Gruppe, der er angehörte, wurde 1943 von der Gestapo enttarnt. Auf dem Postament des Denkmals sind einige Worte aus den „Moabiter Versen“ des Dichters eingemeißelt.

Unser Weg durch den beeindruckenden Kreml von Kasan kann anhand der Reihenfolge der Bilder in der Bildergalerie nachverfolgt werden. Nirgendwo sonst kreuzen sich die verschiedenen Linien der Geschichte so anschaulich wie hier. Der Präsident Tatarstans ist der erste Tatare und Muslim, der offiziell in einem russischen Kreml residiert. In nur einem Jahrzehnt nach dem Untergang der Sowjetunion erwuchs aus einem halbzerstörten Monument ein Museum unter freiem Himmel. Die UNESCO erkannte seine Bedeutung und erklärte den Kreml von Kasan im Jahr 2000 zum Weltkulturerbe. Im Jahr 2005, während der 1000-Jahr-Feiern, erfolgte die Weihung sowohl der neuerbauten mächtigen Kul-Scharif-Moschee als auch der restaurierten Mariä-Verkündigungs-Kathedrale.

Die Kul-Scharif-Moschee entstand als Nachfolgerin des von den Soldaten Ivan des Schrecklichen zerstörten islamischen Gotteshauses gleichen Namens, die mit ihren acht Minaretten eines der schönsten Gebäude an der ganzen Wolga gewesen sein soll. Man weiß heute nicht einmal mehr, wo genau sie gestanden hat. Die neue Moschee mit ihren vier Minaretten und der 39 Meter hohen Kuppel ist für die Mohammedaner von gleicher großer Bedeutung wie für die orthodoxen Russen die wieder errichtete Christus-Erlöser-Kathedrale in Moskau. Die Moschee bietet 3000 Gläubigen zugleich Platz. In einer Loge im Rang können Frauen an den Gebetsritualen teilnehmen, und im zweiten Rang befinden sich zu beiden Seiten Aussichtsplattformen für Besucher.

KasanDen Grundstein zur christlich-orthodoxen Mariä-Verkündigungs-Kathedrale legte Zar Ivan der Schreckliche zwei Tage nach der siegreichen Schlacht um Kasan. Seitdem war sie mehrmals umgebaut und erweitert worden. Die Bolschewiki brachten in der Kathedrale zeitweise ihr Parteiarchiv unter. Die Rekonstruktion der Kathedrale dauerte zehn Jahre, geweiht wurde sie 2005 von Patriarch Alexis II. mit einem feierlichen Gottesdienst und einer anschließenden Prozession. Nur ein einziges originales Fresko der Dreifaltigkeit an der Decke im Chorraum hat die Jahrhunderte überstanden. Alle anderen Wandmalereien und Ikonen sind Arbeiten moderner Künstler und Restauratoren.
In der Nähe der Kathedrale befindet sich der Palast des Präsidenten Tatarstans. Das Gebäude wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Residenz für den Gouverneur errichtet. An gleicher Stelle hatte sich zuvor der Palast der Kasaner Khane befunden.

Das Symbol Kasans ist der Sjujumbike-Turm in der nördlichen Kreml-Mauer. Sjujumbike war eine Prinzessin aus dem Steppenvolk der Nogaier und mit dem Sohn eines Kasaner Khans verheiratet. Ivan der Schreckliche, so eine Legende, war von Schönheit und Klugheit Sjujumbikes beeindruckt und bot ihr sein Herz und seine Hand. Die Prinzessin soll sich daraufhin von eben jenem Turm in den Tod gestürzt haben, denn weder konnte sie dem Zaren einen Korb geben, noch wollte sie die Frau des Herrschers werden, der ihr Volk unterworfen hatte.

KasanDie Geschichte ist pure Phantasie, die Prinzessin Sjujumbike jedoch genau wie ihr angeblicher Verehrer eine reale historische Gestalt. Von 1549 bis 1551 regierte sie das Kasaner Khanat für ihren minderjährigen Sohn. Dann geriet sie in russische Gefangenschaft, und 1552 gab Ivan der Schreckliche sie einem verbündeten tatarischen Khan zur Frau. Ihr Grab befindet sich in der Stadt Kasimov im Gebiet von Rjazan, südlich von Moskau.
Das genaue Datum, wann der durch die Harmonie seiner Formen und die Phantasie des Baumeisters beeindruckende Sjujumbike-Turm gebaut wurde, ist unbekannt, doch auf keinen Fall vor 1692, also lange nach dem Tod von Prinzessin und Zar. Der Turm ist einer der weltweit etwa 40 „schiefen“ Türme. Er neigt sich jährlich um etwa einen Zentimeter, insgesamt bisher um fast zwei Meter.

Zu den Bauten des Kreml gehören außerdem das Arsenal, eine geistliche Akademie (heute Ministerium für Gesundheit), das Haus des Erzpriesters (Verwaltung des Präsidenten), die Kasernen der ehemaligen Junkerschulen und andere Bauten. In einem von ihnen eröffnete die Petersburger Eremitage eine Filiale mit einer Dauerausstellung. Gezeigt werden Schätze der Goldenen Horde. Die Kasaner Dependance ist eine der weltweit nur fünf Vertretungen der Eremitage außerhalb Petersburgs.

Leider verblieb uns nach dem Besuch des Kreml nur wenig Zeit für eine Erkundung der Stadt Kasan, so eilten wir im „gestreckten Schweinsgalopp“ ein Stück in die Fußgängerzone der Uliza Baumana (Baumanstraße) hinein und wieder zurück. Unterhalb des Kreml zieht sich die ul. Baumana in Nord-Süd-Richtung durch das alte Kasan. Sie ist eine der ältesten Straßen der Stadt, über die zu Zeiten des Kasaner Khanats die Handelswege nach Süden führten. Nikolaj Bauman (1873-1905) war ein in Kasan geborener Bolschewik. Die nach ihm benannte Straße ist seit einigen Jahren eine Fußgängerzone mit einer Vielzahl von Geschäften, Galerien, Cafés, Denkmälern und kleinen urbanen Oasen. Fast alle historischen Gebäude, zumindest ihre Fassaden, wurden in den vergangenen Jahren restauriert. Vor allem im Sommer ist die Promenade der belebteste Ort der Innenstadt.
Am Anfang der ul. Baumana steht eine verschnörkelte Standuhr. Das erste Denkmal ist die Skulptur der tatarischen „Loreley“, die am Wildschwein-See (ozero Kaban) in unmittelbarer Nähe ihre Opfer fand.

KasanAm linken Straßenrand folgt die Epiphanias-Kirche. Sie wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet. Bis zum Zerfall der Sowjetunion diente das seiner Türme beraubte Gotteshaus als Sportsaal. In den vergangenen Jahren wurde die Kirche restauriert. Der berühmteste Kasaner, der in ihr getauft wurde, war Fjodor Schaljapin (1873-1938). Sein Denkmal befindet sich in der Nähe. Schaljapin ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten, doch Anfang des 20. Jahrhunderts verzauberte der Opernsänger mit seiner Stimme zuerst Russland, dann die ganze Welt. Die Bolschewiki verziehen ihm nie, dass er 1921 emigriert war. Erst mit der Perestroika kehrte die Erinnerung an ihn zurück. In dem Ende des 19. Jahrhunderts aus rotem Backstein errichteten Glockenturm der Epiphanias-Kirche befinden sich seit einigen Jahren der „ Schaljapin-Konzertsaal“ und ein kleines Museum. Der Glockenturm selbst ist eine unnachahmliche architektonische Mixtur, die Elemente aus der orthodoxen, islamischen, katholischen und jüdischen Tradition integriert.
Etwas kitschig geraten sind das Schaljapin-Bristol-Hotel für zahlungskräftige Kundschaft und auch das Modell der Kutsche auf dem Boulevard, eine Kopie der Staatskarosse von Katharina II., die sie 1767 dem hiesigen Erzbischof Venjamin geschenkt hat.

KasanEinige Meter weiter, auf der rechten Seite, folgt das 1914/15 errichtete neoklassizistische Gebäude der Nationalbank. In ihren Tresoren befanden sich von 1917 bis 1920 die Goldreserven des Imperiums, 148 Tonnen. Die „Weißen“ unter Admiral Kolčak verluden sie während ihres Rückzuges auf Güterwagen und brachten sie in den Osten des Landes. Bis heute ist nicht vollständig geklärt, was mit dem Gold passierte. Ein Teil verschwand spurlos, ein anderer Teil wurde von den Verbündeten Kolčaks – den Engländern und Japanern – über Wladiwostok außer Landes gebracht. Gen Norden beruhigt sich das Leben auf der ul. Baumana. Es lohnt sich jedoch, zumindest bis zum in das Pflaster eingelassenen „Kilometer-Kreisel“ zu gehen, der die Entfernungen von hier bis zu einigen recht willkürlich gewählten Orten auf der Weltkarte anzeigt. So sind es zum Beispiel von Kasan bis Moskau 722 Kilometer. Etwa gleich weit haben es die Kasaner bis zum Nordpol (3808 Kilometer) und nach Mekka (3903 Kilometer). Sehr weit weg liegt New York: 8033 Kilometer.

KasanFür 11:45 Uhr war der letzte Einschiffungstermin festgelegt worden, also schnell zurück eilen. Im 12 Uhr schwammen wir schon wieder auf der Wolga in Richtung Nishni Nowgorod. Bis zum Abend hatten wir dann die Schleuse bei Tscheboksary erreicht und zum Abendbrot um 19:30 Uhr wurde es dann dunkle Nacht – das war’s für heute…

Ein wenig Geschichte Kasans:

Kasan, die Hauptstadt Tatarstans, erstreckt sich heute über 425 km² am linken Wolgaufer und an dem Fluss Kasanka und hat 1.143.535 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010).
Das vermutlich 1177 von Wolgabulgaren gegründete Kasan – als Gründungsdatum gilt aber lange schon das Jahr 1005 – erblühte im 13. Jh. unter der Regierung eines Enkels von Dschingis Khan. 1552 eroberte Iwan der Schreckliche das Khanat. Die Eroberung des Khanats von Kasan hatte für  für den Zaren Iwan IV (1530-1584) eine große Bedeutung, denn Russland konnte damals nur aufsteigen, wenn es zwei Gegner schlägt: die Khanate Kasan und Astrachan. Beide Staaten sind Überbleibsel der mongolischen Goldenen Horde. Mit massiven Raubüberfällen gefährden die Khanate den Handel und die Sicherheit Russlands. Sie entführen und versklaven Tausende von Russen, darunter viele Kinder. Nach zwei gescheiterten Angriffen gelingt es den russischen Truppen im Oktober 1552, die 800 Kilometer östlich von Moskau gelegene Hauptstadt Kasan zu stürmen, auch mit Hilfe eines deutschen Sprengmeisters, der ihre Festungsmauern zerlegt. Der Sieg von Kasan macht den 22-jährigen Zaren zu einem Volkshelden. Die Moskauer bereiten dem heimkehrenden Feldherrn unter dem Geläute der Kirchenglocken einen begeisterten Empfang. Den Menschen in der Hauptstadt erscheint der Monarch, angetan mit seiner goldenen Krone und seinem purpurnen, prachtvoll geschmückten Gewand, wie ein Heiliger. Zu Ehren des Sieges lässt Iwan auf dem Roten Platz die Basilius-Kathedrale errichten. Dass er nach der Fertigstellung angeblich den Architekten blenden lässt, damit dieser nie wieder eine so schöne Kirche bauen kann, ist eine Legende. Im Sommer 1556 marschieren russische Truppen in Astrachan am südöstlichen Rand des Reiches ein. So sichern sie die Wolga als Handelsweg.
27 Jahre nach der Eroberung Kasans fand ein junges Mädchen in den Ruinen eines Hauses eine Gottesmutter-Ikone, die bis auf den heutigen Tag als eines der größten Heiligtümer der russischen Orthodoxie gilt. Für die in Kasan‘ lebenden islamischen Tataren brachen schwere Zeiten an. Nicht immer waren die Russen tolerant gegenüber den religiösen und nationalen Bedürfnissen ihrer Untertanen. Die meisten Moscheen im Land und so gut wie alle in Kasan wurden nach der Eroberung vernichtet. Wer im Staatsdienst Karriere machen oder als Kaufmann erfolgreich sein wollte, musste sich taufen lassen. Jene Tataren, die der Versuchung zu konvertieren widerstanden, waren gezwungen, sich in Vorstädten außerhalb des Stadtgebietes anzusiedeln..
Nach der Eingliederung in den russischen Staat im 16. Jh. erhielt Kasan einen Kreml nach dem Moskauer Vorbild (er wurde auf den Ruinen einer Moschee erbaut). Ein Baumeister war Postnik Jakovlev nach dessen Plänen einige Jahre später die Basiliuskathedrale auf dem Roten Platz in Moskau errichtet wurde. In nur sieben Jahren entstand die 1800 Meter lange, mit 13 Türmen – erhalten sind 8 – verstärkte Festungsmauer.
1708 wurde Kasan Hauptstadt eines Gouvernements. Der Handel mit Mittelasien und dem Orient blühte. Mit der zunehmenden Erschließung Sibiriens gewann der Pelzhandel an Bedeutung. Die Pelze wurden in Kasan verarbeitet und in den zentralrussischen Bereich und ins westliche Ausland verkauft. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde auf Befehl Peters I. eine Admiralität (Werft) gegründet. Der Handel mit Getreide nahm in dem Maße zu, wie das fruchtbare Wolgaland durch Siedler bearbeitet wurde. Zarin Katharina II. besuchte Kasan‘ 1767. Die Stadt gefiel ihr, und als aufgeklärte Europäerin erlaubte sie den Muslimen den Bau zweier Moscheen. Im 19. Jahrhundert entstanden weitere Moscheen, neben dutzenden orthodoxen Kirchen, Gotteshäusern anderer christlicher Konfessionen und Synagogen. Ein Großteil der hölzernen Stadt und etliche Kirchen wurden während eines Bauernkrieges 1774 durch Jemelian Pugatschov zerstört. Bereits 1804 wurde eine der ersten russischen Universitäten in Kasan gegründet. Im 18. Jh. war Kasan eine blühende Metropole weitab von Moskau im Osten der bekannten Welt. Im 19. Jh. war aus Kasan eine typisch russische Stadt geworden, mit der die Namen vieler Berühmtheiten verbunden sind: Puschkin, Tolstoi, Gorki, Schaljapin und natürlich Lenin, daneben wirkten hier der Mathematiker Lobatschevski, die Chemiker Sinin und Butlerov, der Landschaftsmaler Schischkin und viele andere.
Seit 1893 bestand eine Bahnverbindung mit dem 750 km westlich gelegenen Moskau. Die traditionelle Industrie (Pelz-, Leder-, Textilbetriebe, Holzverarbeitung) wurde nach der Revolution weiterentwickelt, neue Bereiche kamen dazu (Bau von Werkzeugmaschinen, Kompressoren). Im 2. Weltkrieg war Kasan eine Lazarettstadt, in die man Verwundete von der Front brachte. Nach dem Krieg setzte man auf Erdölverarbeitung und chemische Industrie.
Über weite Teile des 20. Jh. war Kasan wie Nischni Nowgorod aus militärisch-strategischen Gründen eine „geschlossene Stadt“. Kasan ist heute ein kultureller Schmelztiegel (etwa 38 % Russen und 52 % Tataren), und das Stadtbild prägen sowohl Minarette als auch Zwiebelkuppeln. Die tatarische Hauptstadt besitzt bis heute das unvergleichliche Kolorit einer sowohl europäischen als auch asiatischen Stadt.
Das heutige Kasan ist nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch kultureller Mittelpunkt der Republik. Es gibt neben der Universität 9 Hochschulen, ein Konservatorium, 5 Theater (davon ein tatarisches), 8 Museen, zahlreiche öffentliche Bibliotheken und sonstige Bildungseinrichtungen.
Es gibt Kreise in der nationalen Bewegung, die Tatarstan am liebsten als von Russland unabhängigen Staat sehen würde, obwohl man im Moment weniger davon hört, als direkt nach der Auflösung der UdSSR. Für viele Tataren sind die Russen die Fremden, die über Jahrhunderte die „Kolonialherrschaft“ durch ihre zivilisatorische Überlegenheit begründet und die tatarische Kultur unterdrückt haben. Als Beispiel wird oft die Schrift angeführt: das Tatarische wurde ab 1927 nicht mehr mit arabischen, sondern mit lateinischen Buchstaben geschrieben. 1939 wurde auf Anordnung Stalins erneut umgestellt: jetzt auf die kyrillische Schrift. Den 1994 geschlossenen Föderationsvertrag unterzeichnete Tatarstan im Gegensatz zu den meisten anderen Republiken Russlands nicht in unveränderter Form, sondern vereinbarte mit der russischen Zentralmacht Sonderrechte, die unter anderem eine erweiterte wirtschaftliche Autonomie beinhalten. Erst im Jahr 2000 übernahm die Republik Tatarstan auch die in der Russischen Föderation geltenden Normen zur Ablieferung von Einnahmen an den föderalen Haushalt.

Anekdote zur politischen Wirkung von Mathematik

Lobatschewskij, Nikolai Iwanowitsch (1793–1856); russischer Mathematiker, entwickelte als Mathematik- und Ballistik-Professor an der Artillerieschule in Kasan unabhängig die Nichteuklidische Geometrie, was bei einem Teil seiner Zuhörer (damals war die Artillerie „die Waffe“ feiner Leute) die Überlegung auslöste, wenn Gott die Welt so geschaffen hat, dass sie auch anders als in den Formen der Euklidischen Geometrie beschrieben werden kann, besteht kein Grund mehr anzunehmen, dass er für Russland die Autokratie als ewige Staatsform vorgesehen hat, woraus sich u.a. die revolutionäre Bewegung der späteren „Dekabristen“ entwickelte (traditionsgemäß also richtete die Reichswehr 1923 mit Hilfe der Roten Armee bei Kasan ihre erste Panzerschule ein, um die Versailler Rüstungsbeschränkungen zu unterlaufen).

 

 

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